Hornhues: „Kreativraum“-Affäre immer größer, Geschäftsführer muss gehen – Wer übernimmt die politische Verantwortung?

Am Freitag, 12. Juni 2026, berichtete der WESER-KURIER, dass die zunächst bekannten Kosten von 600.000 Euro für einen ‚Kreativraum‘ im Jobcenter deutlich höher liegen und wenigstens 900.000 Euro betragen.

Wenig später berichtet Radio Bremen, dass der Geschäftsführer des Bremer Jobcenters, der schon vor zwei Jahren stark in der Kritik stand, abberufen wurde. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen stellt nun die Frage, wann der Senat Bovenschulte endlich politische Führung übernehmen will und wie ein derartiger Kontrollverlust über Jahre unbemerkt bleiben konnte.

„Der Kreativraum-Skandal zieht Woche für Woche größere Kreise und reiht sich in eine lange Liste von fragwürdigen Entscheidungen und Fehlleistungen ein.  Spätestens seit bekannt ist, dass die 900.000 Euro ohne jegliche Information des Aufsichtsgremiums aus dem allgemeinen Verwaltungsbudget entnommen wurden und sich zudem die Kosten für ein weiteres Bauprojekt ('Frida') mal eben auf 293.000 Euro verdreifacht haben, sprechen wir von einem vollumfänglichen Systemversagen“, sagt Bettina Hornhues, arbeitspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.

„Neben der Frage personeller und struktureller Konsequenzen in der Behörde, stellen wir die Frage, wann der Senat Bovenschulte hier endlich politische Führung übernehmen will, um dem Bild einer in der öffentlichen Wahrnehmung völlig überforderten und schlecht strukturierten Verwaltung zu begegnen. Die bloße Abberufung des Geschäftsführers reicht nicht aus. Senatorin Dr. Schilling muss erklären, warum ihre Behörde als Aufsicht dieses Treiben nicht viel früher gestoppt hat. Hier muss die Senatorin in die Pötte kommen“, fordert Hornhues, die am Freitagvormittag Akteneinsicht zu den relevanten Vorgängen im Jobcenter bei der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration der Freien Hansestadt Bremen beantragt hat.

Hornhues bezieht sich bei ihrer Forderung nach mehr politischer Führung auf eine lange Liste von kritischen Punkten, die sich wie ein „rot-rot-grüner Faden“ durch die vergangenen Jahre ziehen. „Das geht doch weit über die grob fahrlässige Priorisierung beim Bau von ‚Kreativräumen‘ hinaus. Allein im vergangenen Jahr wurden im Jobcenter rund 26 Millionen Euro an Eingliederungsmitteln nicht eingesetzt. Weitere Millionen wurden in den Verwaltungshaushalt umgeschichtet. Geld, das dafür gedacht ist, Menschen in Arbeit zu bringen, kommt damit nicht dort an, wo es dringend benötigt wird.“