Bremen-Nord muss schwimmen können – jetzt braucht es einen verlässlichen Plan

Damit Schulschwimmen, Gesundheitssport und Freizeitangebote in Bremen-Nord erhalten bleiben

Schwimmen ist weit mehr als Freizeit. Kinder müssen schwimmen lernen, Vereine brauchen Trainingsmöglichkeiten, viele ältere Menschen nutzen das Wasser für Bewegung und Gesundheit. Genau deshalb dürfen wir bei der Zukunft der Bäder in Bremen-Nord nicht warten, bis uns die Wasserflächen tatsächlich fehlen.

Das Sportbad in Burglesum wird perspektivisch schließen. Gleichzeitig steht der notwendige Neubau des Fritz-Piaskowski-Bades in Vegesack an. Damit droht eine Situation, in der Bremen-Nord zeitweise nicht mehr über ausreichend Hallenwasserflächen verfügt. Das müssen wir verhindern. 

Dabei geht es nicht darum, Bremen zu unterstellen, Schwimmmöglichkeiten bewusst einsparen zu wollen. Aber gute Absichten allein reichen nicht. Die Entscheidungen über Finanzierung, Zeitplan und Übergangslösungen müssen jetzt getroffen werden.

Rund 1.200 Kinder pro Jahrgang brauchen Schwimmunterricht

Besonders deutlich wird der Handlungsbedarf beim Schulschwimmen. Rund 1.200 Kinder pro Jahrgang leben in Bremen-Nord. Schulschwimmen gehört zum Bildungsauftrag. Wenn wohnortnahe Hallenflächen fehlen, werden die Wege länger, Unterrichtszeit geht verloren und regelmäßiger Schwimmunterricht wird immer schwieriger. Schon heute können viele Kinder am Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen. 

Für mich ist klar: Es darf nicht davon abhängen, in welchem Stadtteil ein Kind lebt, ob es regelmäßig schwimmen lernen kann.

Schwimmbäder sind auch für ältere Menschen wichtig

Die Diskussion darf sich aber nicht allein auf Kinder konzentrieren. Für viele ältere Menschen gehört Schwimmen oder Wassergymnastik zu den wenigen Sportarten, die sie auch bei körperlichen Einschränkungen regelmäßig ausüben können.

Bäder sind deshalb Orte für Bewegung, Reha, Gesundheit und Begegnung. Gerade für Senioren, aber auch für Menschen mit Behinderung, sind gut erreichbare Angebote entscheidend. 

Wenn Hallenwasserflächen wegfallen, verlieren diese Menschen nicht einfach ein Freizeitangebot. Für manche fällt damit ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags und ihrer Gesundheitsvorsorge weg.

Wir brauchen eine Lösung für ganz Bremen-Nord

Deshalb habe ich mich gemeinsam mit Abgeordneten von SPD, Grünen und Linken für eine verlässliche Bäderzukunft in Bremen-Nord ausgesprochen. Der parteiübergreifende Appell umfasst Vegesack, Blumenthal und Burglesum. Auch der Weser-Kurier hat über dieses ungewöhnlich breite Bündnis berichtet. 

Unsere Forderungen sind konkret:

  • Der Neubau des Fritz-Piaskowski-Bades in Vegesack muss planerisch und finanziell abgesichert werden.
  • Für die Bauphase brauchen wir ausreichende Übergangskapazitäten bei den Hallenwasserflächen.
  • Das Freibad Blumenthal soll erhalten und weiterentwickelt werden.
  • Auch für Burglesum müssen ausreichend Möglichkeiten für Schul-, Vereins-, Gesundheits- und Freizeitschwimmen erhalten bleiben.
  • Bremen-Nord braucht einen verbindlichen Zeitplan und ein Gesamtkonzept

Dabei sollte auch die Möglichkeit einer zusätzlichen Wasserfläche auf dem Gelände der ehemaligen Bremer Wollkämmerei weiter ernsthaft geprüft und vorangebracht werden. Laut unserem gemeinsamen Appell könnte auch eine kleinere Variante eine wichtige Ergänzung und gegebenenfalls eine Interimslösung während des Neubaus in Vegesack sein. 

Jetzt muss aus Planung Umsetzung werden

Ich will keine Diskussion, bei der am Ende Kinder, Senioren, Vereine und Familien gegeneinander ausgespielt werden. Bremen-Nord braucht ausreichend Wasserflächen für alle Generationen.

Die Ziele sind weitgehend klar. Jetzt müssen Finanzierung, Zeitplan und Übergangslösungen geklärt werden.

Bremen-Nord muss auch in Zukunft schwimmen können. Dafür müssen wir jetzt die Voraussetzungen schaffen.

Mich interessiert Ihre Meinung: Welche Schwimmmöglichkeiten nutzen Sie in Bremen-Nord – und was darf aus Ihrer Sicht auf keinen Fall verloren gehen?