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Sommertour 2016





Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Sommer hat begonnen und Ihnen stehen hoffentlich viele sonnige und erholsame Tage bevor. Auch ich werde die parlamentarische Sommerpause in Berlin nutzen, um mich im Rahmen meiner Wahlkreisarbeit intensiv mit einem sehr wichtigen Thema für Bremen und Bremerhaven auseinanderzusetzen.

Meine diesjährige Sommertour widmet sich dem Thema „Armut im Land Bremen“. Nirgendwo sind so viele Menschen und vor allem Kinder von Armut betroffen wie in Bremen. So steht es schwarz auf weiß im aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht des Bremer Senats. Demnach lebt knapp ein Viertel der Bevölkerung im Land Bremen in Armut. Die Prävention und Bekämpfung von Armut und Armutsgefährdung ist daher eine der zentralen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich das Land Bremen in den nächsten Jahren stellen muss.

Im August bin ich daher in meinem Wahlkreis unterwegs, um mir vor Ort einen Eindruck von der Armutssituation in Bremen und Bremerhaven zu verschaffen. Was sind die größten Probleme der Betroffenen vor Ort? Wie können kommunale, Bundes- und Landespolitik helfen? Was funktioniert gut, was muss besser werden? Diesen und anderen Fragen werde ich im Gespräch mit sozialen Einrichtungen, Unternehmen, Schulen und Kindergärten nachgehen. 


Über die einzelnen Termine werde ich Sie natürlich auf meiner Homepage und auf Facebook auf dem Laufenden halten.

 







Die erste Woche

In den letzten Tagen habe ich bereits einige Termine absolviert und mich mit Einrichtungen, Unternehmen und Betroffenen zur Armutssituation in meinem Wahlkreis ausgetauscht. Als Erstes stand für mich ein Besuch bei der städtischen Wohnungsgesellschaft (STÄWOG) in Bremerhaven an. Unter anderem erfuhr ich dort mehr zu den Herausforderungen des sozialen Wohungsbau, insbesondere im Hinblick auf den zunehmenden demografischen Wandel, der weiterhin eine wichtige Rolle für Bremen und Bremerhaven spielen wird.

Außerdem traf ich mich mit den Verantwortlichen der Bremerhavener Tafel. Knapp 7.000 Menschen besuchen pro Monat die Einrichtung, um sich mit Lebensmitteln, aber auch Kleidung und Elektrogeräten zu versorgen. Ich bin beeindruckt, von der tollen Arbeit der vielen Ehrenamtlichen, die denjenigen helfen, die am Existenzminimum leben.



Ein weiteren interessanten Einblick bekam ich bei den Notunterkünften für Wohungslose, die in Bremen von der Inneren Mission betrieben werden. Dort können Menschen, die keine Wohung haben oder von Armut betroffen sind nachts unterkommen. Im sogenannten "Café Papagei" haben sie auch die Möglichkeit, sich mit einem Seelsorger auszutauschen oder nach Hilfe zum Beispiel bei Behördengängen zu fragen.

Besonders Flüchtlinge, die einem hohen Risiko ausgesetzt sind, in Armut abzurutschen, werden in Bremerhaven bei ihrer Rückreise in die Heimat unterstützt. Die AWO Rückführungsberatung, hilft all denjenigen, die freiwillig in ihrer Heimatländer zurückkehren, da sie hier in Deutschland keine Bleibeperspektive haben.

Im Bremer Westen besuchte ich die Bremer Tafel und traf mich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Quartiersmanagment in Gröpelingen. Statistisch gesehen ist Gröpelingen der ärmste Stadtteil Bremens. Besonders hier ist es wichtig, dass es Einrichtungen wie die Tafel und das Quartiersmanagment gibt, um die Menschen vor Ort zu unterstützen und sie kontinuierlich zu fördern.  

Einen kleinen Eindruck von meinen Terminen bekommen sie hier.
 

Die zweite Woche

Auch in dieser Woche habe ich mich wieder mit zahlreichen Akteuren getroffen und mich über das Thema Armut weiter informiert. Zu Beginn der Woche traf ich mich mit dem Geschäftsführer der Caritas Bremen-Nord, um mich unter anderem über die Situation von armutsgefährdeten Familien in Bremen-Nord zu informieren. In dem Gespräch wurde deutlich, dass Bildung ein entscheidener Faktor bei der Armutsprävention und Bekämpfung ist. Daher leisten die vielen Bildungs- und Beratungsangebot der Caritas einen wichtigte Beitrag in Bremen-Nord. 

Und auch in Bremerhaven gibt es tolle Einrichtungen, die sich für eine bessere Bildung einsetzen. So besuchte ich am Dienstag das Familienzentrum Leherheide und das Familienzentrum Grünhöfe. Beide Einrichtungen bieten ein tolles Programm und sind zentrale Anlaufspunkte im Quartier. Von Deutschkursen, Hausaufgabenhilfen, Kinderbetreuung bis hin zur allgemeinen Beratung, das Angebot der Familienzentren ist vielfältig und mit dem niederschwelligen Angebot sind alle Akteure einen wichtiger Bestandteil vor Ort. 



Mittwoch und Freitag standen Hintergrundgespräche mit dem Institut für Arbeit und Wirtschaft der Uni Bremen sowie der Deutschen Rentenversicherung auf dem Plan. Beide Termine gaben mir einen guten Einblick in die unterschiedlichen Formen von Armut, wie beispielsweise die Altersarmut.  

Auch das Thema Kinderarmut beschäftigte mich in dieser Woche. So besuchte ich am Donnerstag zwei Schulen in Bremerhaven und informierte mich dort über die Arbeit. Dem hohen Engagement der Erzieher und Lehrer gehört an dieser Stelle mein voller Respekt. Es ist beeindruckend zu sehen wie sie die Kinder, die häufig aus einem bildungsfernen Umweld stammen, motivieren und ihnen die Inhalte anschaulich vermitteln.




Die dritte Woche

Die dritte und letzte Woche meiner diesjährigen Sommertour führte mich noch einmal kreuz und quer durch meinen Wahlkreis.

Am Montag begann ich in der Bremerhavener Zentralmosche im Stadtteil Lehe, wo mir der Vorsitzende die Arbeit und das Leben der Gemeinde vorstellte. Beide waren wir uns einig, dass gute Integrationsarbeit ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Armut bei Migranten darstellt und hatten einen sehr interessanten Austausch über das muslimischen Leben in Bremen und Bremerhaven.

Zwei Tage später stattete ich der Arbeitnehmerkammer Bremen einen Besuch ab. Neben all den Besuchen von sozialen Einrichtungen vor Ort, war es mir ein besonderes Anliegen, die Tour auch mit wissenschaftlicher Expertise zu unterfüttern. Mit der Leiterin der Abteilung Politikberatung führte ich sodann auch einen breiten Meinungsaustausch über Alleinerziehende, die Erosion der Mittelschicht und Flüchtlinge. Mit einer dicken Mappe an Zahlenmaterial und vielen interessanten Anregungen ging es dann zur letzten Station in Bremen Nord.

Hier hatte ich zunächst ein Gespräch mit der Leiterin der hiesigen VHS bevor die Gelegenheit erhielt, an einem Integrationskurs teilzunehmen. Insbesondere die Buntheit des Kurses überraschte mich – von der Spanierin bis zum Bürgerkriegsflüchtling aus Syrien war quasi jede Nationalität vertreten. So unterschiedlich die Lebenswege doch waren, das Ziel Deutsch zu lernen und sich zu integrieren hatten alle gemeinsam und es machte viel Spaß bei der aktuellen Kurseinheit über die jeweilige Landesküche mitzumachen. Im darauf folgenden Gespräch wurden aber auch ernste Töne angerissen und ich merkte insbesondere, dass viele Migranten und Flüchtlinge nach wie vor große Probleme mit unserer Bürokratie hatten.



Ein Fazit zu ziehen ist angesichts all dieser Termine gar nicht so leicht, doch eines ist mir wieder mal klar geworden: So schön Bremen und Bremerhaven sind, unsere Städte haben viele soziale Probleme und Armut hat viele Gesichter. Viele Anregungen und kritische Vorschläge habe ich aus diesen drei Wochen mitgenommen und werde mich weiterhin im Bundestag für die sozialen Belange unserer Städte und ihrer Bürger einsetzen. Abschließend möchte ich mich bei den zahlrechen besuchten Institutionen und meinen vielen Gesprächspartnern noch einmal herzlich bedanken!


Einen kleinen Eindruck von meinen Terminen bekommen sie hier.