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Praktikanten-Blog



Jedes Jahr bietet der Deutsche Bundestag in Zusammenarbeit mit den drei Berliner Universitäten (Freie Universität, Humboldt-Universität und Technische Universität) die Möglichkeit, für junge Leute aus allen Teilen der Welt, an einem Internationalen Parlaments-Stipendium (IPS) teilzunehmen. Das IPS-Programm dauert insgesamt 5 Monate (zwischen März und Juli) und setzt sich aus vielen verschiedenen Veranstaltungen, Seminaren und hauptsächlich einem Praktikum bei einem Abgeordneten des Deutschen Bundestages zusammen. Einer der glücklichen Auserwählten bin auch ich – Sven Borak, 26 Jahre alt aus Prag.



Meine dreizehnte Woche: Ende des Praktikums (04.–08. Juli 2016)

Mein dreimonatiges und sehr erlebnisreiches Praktikum im Bundestagsbüro von Frau Hornhues hier in Berlin endet mit dem Beginn der parlamentarischen Sommerpause. Es ist schade, aber ich habe äußerst viel gelernt und von daher bin ich mehr als zufrieden. Meine letzte Praktikumswoche war eine Sitzungswoche und für mich war es echt die beste und schönste Endung des Praktikums, die ich mir wünschen konnte. Obwohl es tatsächlich mit vielen Ereignissen (Tagungen und Sitzungen des Deutschen Bundestages) gepackt war, hatte ich nochmal eine sehr große Chance hinter die Kulissen des Bundestages zu sehen und den Parlamentarismus in der Praxis mit all seinen Tätigkeiten wieder zu sehen.


 

Die Woche hat für mich mit ganz normalen Büroarbeiten angefangen, aber schon in den ersten Montagsarbeitsstunden wusste ich, dass es inhaltlich eine besondere Woche werden wird. Am Dienstag waren die Sitzungen der Arbeitsnehmergruppe und der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jungend an der Tagesordnung, wo Frau Hornhues über den Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des Mutterschutzrechts berichtete. Dieser Gesetzentwurf war für uns eines der Hauptthemen dieser Woche. Und ich habe viel davon gelernt. Anschließend fand an diesem Tag auch eine Sondersitzung des Familienausschusses statt. Am Mittwoch folgte dann wieder der übliche Familienausschuss und danach hielt Frau Hornhues im Plenum ihre Rede zu der Neuregelung des Mutterschutzrechts der 1. Lesung. Ich habe ihren Auftritt von der Pressetribüne aus beobachtet und ihre Fotos gemacht. Am Donnerstag liefen viele, für uns im Büro, wichtige Tagungordnugspunkte (TOP) im Plenum: TOP 5 „Sexualstrafrecht, sexuelle Misshandlung, Vergewaltigung“, TOP 18 „Regulierung des Prostitutionsgewerbes“ und TOP 6 „Vereinbarkeit von Arbeit und Leben“, wo Frau Hornhues ihre zweite Rede hielt in dieser Woche. Darüber hinaus gab es viele namentlichen Abstimmungen. Schließlich gab es am Freitag die letzte namentliche Abstimmung zur TOP 33 Erneuerbare-Energien-Gesetzes vor die Sommerpause des Deutschen Bundestags.

Die dreizehn Wochen meines IPS-Praktikums sind wie im Fluge vergangen. Und weil diese Woche meine letzte Praktikumswoche war, habe ich am Donnerstag eine kleine Abschiedsfeier mit Kuchen und einer Dankrede vorbereitet.

Das Praktikum im Bundestagsbüro war für mich ein außergewöhnliches und unvergessliches Erlebnis. Es war vielfältig und sehr lehrreich, aber auch sehr intensiv und teils sehr anstrengend. Vor allem war es eine große Herausforderung und eindrucksvolle Erfahrung für die ich sehr dankbar bin. Das IPS-Programm gab mir eine einmalige Gelegenheit an den demokratischen Prozessen teilzunehmen und die Funktionsweise des Deutschen Bundestages näher kennenzulernen. So habe ich viel aus dem Abgeordnetenbüro gelernt, erkannt und mich und mir zu eigen gemacht. Ich habe gelernt wie der öffentliche Dienst in Deutschland funktioniert. Die Aufgaben waren manchmal nicht leicht auszuarbeiten, aber gerade das hat mich gezwungen, mich mit Eifer zu verbessern. Ich habe nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessert, sondern auch meine Arbeitsfähigkeiten den Teamgeist weiterzuentwickeln. Ich habe gelernt, wie man mit dem Druck im Büro umgehen sollte und darüber hinaus, dass die Arbeit und die Kommunikation im Team unentbehrlich sind. Es gab für mich Momente die waren nicht leicht und ohne die Hilfe meiner lieben Kolleginnen hätte ich das alles nicht geschafft. Deswegen möchte ich an dieser Stelle  mich von ganzem Herzen bei Frau Hornhues und Ihrem tollen Team Mitarbeitern in Berlin, Bremen und Bremerhaven bedanken, für Ihre unentbehrliche Leitung, zahlreiche Unterstützung, Hilfe und vor allem die enorme Geduld. Vielen Dank!




Und euch Enthusiasten kann ich nur empfählen, auch solch ein Praktikum zu absolvieren. Also wenn ihr mehr wissen wollt, geht unter der Rubrik „Praktikum“ an das Lesezeichen „Bewerbung“ und schickt per E-Mail oder Post eure Bewerbungsunterlagen (wie Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse). Es ist einen Versuch wert und das kann ich ehrlich bestätigen. Also viel Erfolg und bis bald entweder in Berlin oder vielleicht in Prag. Ahoj!



Meine zwölfte Woche (27. Juni – 01. Juli 2016)

Meine zwölfte und leider schon vorletzte Praktikumswoche war sehr entspannt und vor allem entdeckungsreich. Die normalerweise sitzungsfreie Woche hat im Anschluss an die negativen Ereignisse von dem Referendum über den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union außergewöhnlich angefangen. Eine Sondersitzung des Deutschen Bundestages fand zusammen mit der Regierungserklärung der Bundeskanzlerin zum Ausgang des Referendums am Dienstagvormittag statt. Daher verfolgte ich die Sitzung im Parlamentsfernsehen und dachte über die nebelhafte Zukunft Europas nach. Schottland könnte ein neues Referendum über seinen Verbleib in Großbritannien einleiten. Auch in Nordirland wollen sich manche mit dem Referendumsergebnis nicht abfinden. Ganz im Gegenteil, es wachsen die Fragen, ob jetzt auch Nexit, Franxit und Czexit folgen. Doch bedauerlicherweise stimmen mehre dafür. Die Bundeskanzlerin betonte in Ihrer Rede, dass es jetzt nicht um mehr oder weniger Europa geht, sondern um ein erfolgreiches Europa und dass: „Ein erfolgreiches Europa ist ein Europa, an dem die Bürger teilhaben können, mit dem sie sich identifizieren können und das ihr Leben spürbar verbessert.“ Ja, hoffentlich wird die Situation spürbar verbessert und dass somit das Politikbeben erhalten bleibt.



Aber in der Woche war ich nicht nur mit dem Pressespiegel und meiner Alltagsbüroarbeit beschäftigt. Ich hatte die Gelegenheit mit Frau Hornhues und Ihrem Team von Berlin, Bremen und Bremerhaven eine Wahlkreistour zu genießen. Schon das zweite Mal während des Praktikums konnte ich ergo nach Bremen und Bremerhaven fahren und noch mehr davon entdecken. Das war toll! Am Donnerstag waren wir in Bremerhaven und machten eine Hafenrundfahrt mit dem Glasdachschiff „Lady Sunshine“. Der Anleger befand sich in zentraler Lage im Neuen Hafen, neben dem Deutschen Auswandererhaus. Ich sah wirklich viel – kleine Segelschiffe, große Fähren und wirklich große Containerschiffe und Tanker. Aber das war nicht alles. Ich habe auch mein erstes Backfischbrötchen gegessen. Das war so lecker! Später am Tag fuhren wir zurück nach Bremen, wo wir in den wunderschönen Bremer Ratskeller zu Abend gegessen haben. Es ist ein wundervolles historisches Restaurant unterhalb des Bremer Rathauses, mit seiner 600-jährigen Tradition. Und ich war da! Das Essen war wirklich köstlich und die Atmosphäre war erfüllt von schönen Geschichten. Es war einfach super die Leute näher kennenzulernen und so den starken Teamgeist zu spüren. Am Freitag hatten wir eine tolle Führung durch das Bremer Geschichtenhaus im Schnoor Viertel. Dort wurde die Bremer Stadtgeschichte sehr schön und amüsant erzählt und gespielt. Ich kann einen Besuch nur empfehlen. Herzlichen Dank für das wunderschöne Programm! Es war herrlich!

Nächste Woche ist leider meine letzte Praktikumswoche und ich kann Ihnen nur sagen, dass das Programm voll werden wird. Ich weiß jetzt schon, dass es das i-Tüpfelchen meines Praktikums sein wird. Aber darüber später mehr, bis nächste Woche! Ahoj! 




Meine elfte Woche (20.–24. Juni 2016)

Mit großer Feierstimmung startete meine elfte Praktikumswoche in Berlin. Es war vor allem die Woche des großartigen Stipendiatenabends und dessen gründlichen Vorbereitungen, sowie die vielen langen Proben. Der Stipendiatenabend des Internationalen Parlaments-Stipendiums ist, wie ich schon früherer erwähnte, ein Dank an unsere Abgeordneten für deren Zeit und Geduld, die sie mit uns verbrachten. Außerdem feiert dieses Jahr das IPS-Programm sein 30-jähriges Jubiläum. Ja, das Stipendium ist ein großer interkultureller und sehr erfahrungsreicher Austausch. Im Jahre 1986 hat diese ergebnisreiche Geschichte mit 11 Amerikanern angefangen. Seitdem waren es 2379 Stipendiaten, die im Deutschen Bundestag arbeiten durften. Dafür fand auch dieser super tolle Stipendiatenabend statt. 

Für den Stipendiatenabend haben wir ein buntes Programm zusammengestellt. Musikalische Beiträge, klassische Tänze, Volkstänze und eine Talkshow waren an der Tagesordnung. Spaß und Freude fehlte auf der Bühne natürlich nicht und das Paul-Löbe-Haus des Bundestages war mit Leben erfüllt. Im Atrium des Hauses erfreuten sich 36 wunderbar vorbereitete Ländertische, ein Fotopoint mit einer Polaroidkamera und eine Chill-out Zone für die Gäste. An jedem Landtisch gab es leckere Spezialitäten und besondere Getränke aus den entsprechenden Herkunftsländern des IPS-Programms. Na klar, durfte auch unser tschechischer Tisch nicht fehlen. Meine lieben tschechischen IPS-Kolleginnen backten leckere Kuchen aus unserer Heimat: Marmorgugelhupf, Obstauflauf mit Kirschen und Marzipan, Schokokuchen mit Quark und Hefekuchen mit Quark und Heidelbeeren. Die tschechische Botschaft stellte unser weltbekanntes tschechisches Bier, Becherovka, Sliwowicz und viele Informationsmaterialen und Flugblätter zur Verfügung. Viele Abgeordnete fanden Ihren Weg zu unserer Veranstaltung, was gar nicht so einfach war, da an diesem Abend die Abstimmungen und Namentlichen Abstimmungen stattfanden. Auch Frau Hornhues nahm an dem Abend teil und hat unseren Stand besucht und das hat mich sehr gefreut. Vielen Dank dafür! Wir sprachen dort über die tschechische Geschichte und ich machte sie mit unseren Landesspezialitäten bekannt.

Anlässlich des IPS-Jubiläums diskutierten in einer Diskussionsrunde im Parlamentsfernsehen IPS-Stipendiatin Dana Alraheb, tschechische IPS-Alumna Šárka Strahalová, Bundestagspräsident Norbert Lammert und der Bundestagsabgeordnete Bernhard Schulte-Drüggelte über ihre Erfahrungen und die Zukunft des IPS-Programms. Ich hatte die Gelegenheit im Publikum zu sitzen und die Diskussion live zu verfolgen. Danach traf ich wieder die tschechische IPS-Alumna Šarka Strahalová und wir tauschten viele Erfahrungen und Erlebnisse vom Deutschen Bundestag aus. Sie hat vor zehn Jahren, im Jahr 2006, das IPS absolviert und heute ist sie eine Vertreterin des tschechischen IPS-Alumni Netzvereins und Diplomatin im tschechischen Außenministerium. Wo werde ich in zehn Jahren sein? Das weiß ich noch nicht, aber hoffentlich wird es auch erfolgreich und spannend sein. Das war meine Woche. Bis bald! Ahoj! 



Meine zehnte Woche (13.–17. Juni 2016)

Meine zehnte Woche im Bundestagsbüro war ruhig und sehr produktiv. Es fanden keine Tagungen von Arbeitsgruppen, Ausschuss- und Plenarsitzungen statt. Dementsprechend verbrachte ich die meiste Zeit mit meinen Kolleginnen im Büro. Und bei der alltäglichen Büroarbeit durfte natürlich, die bei Praktikanten so beliebte und tatsächlich wichtige Aufgabe nicht fehlen: Die Bearbeitung von Posteingängen und -ausgängen. Aber das war nicht die einzige Aufgabe mit der ich beschäftigt war. Ich erstellte den Entwurf einer Antwort einer eingegangenen Bürgeranfrage, was eine schöne Herausforderung war. Darüber hinaus recherchierte ich über das Thema von der Ausschreibung den Zytostatika. Außerdem machte ich viele Fotos von dem Deutschen Bundestag und dessen Räumlichkeiten. 

Am Ende der Woche besuchte ich zwei tolle Veranstaltungen an der Niederländischen Botschaft, um sich mit anderen Praktikanten der verschiedenen Länder, aber auch den Institutionen zu vernetzen. Ich lernte neue Leute aus der Finnischen Botschaft, der Australischen Botschaft, der Kanadischen Botschaft, sowie das Auswärtiges Amt, aber auch aus unseren Deutschen Bundestag kennen.




Im Rahmen des IPS-Stipendiums wird auch eine große Veranstaltung stattfinden: Der sogenannte Stipendiatenabend. Dies ist ein Dank an unsere Abgeordneten und für die Zeit, die sie mit uns verbracht haben. Diese Veranstaltung ist schon am nächsten Donnerstag (23.6.) und wird von uns, Stipendiatinnen und Stipendiaten, mit der großen Unterstützung von Referat „Internationale Austauschprogramme“ (WI 4) des Deutschen Bundestages organisiert. Daher gab es schon in dieser Woche die erste Probe für diesen Abend. Ja, der Countdown für das Ende unseres Praktikums läuft. Ich habe nur noch drei tolle Wochen vor mir und die kommende Woche wird wirklich vollgepackt sein – und nicht nur mit dem herrlichen Stipendiatenabend. Aber davon werde dann später erzählen. Bis bald, in nächsten Woche! Ahoj! 



Meine neunte Woche (6.–10. Juni 2016)

Meine neunte Praktikumswoche im Bundestagsbüro war wieder mit einigen inspirieren Veranstaltungen und vielen parlamentarische Tagungen und Sitzungen ausgefüllt. Diese Woche gab es, wie auch letzte Woche, wieder eine Sitzungswoche. Ich begleitete Frau Hornhues am Dienstag zu den Tagungen der Arbeitsgruppe Familie und der Arbeitnehmergruppe und am Mittwoch zur Sitzung des Familienausschusses. Darüber hinaus besuchte ich die Sitzung des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, wo das wichtige Thema des Austauschprogramms Erasmus+ besprochen wurde.

Neben meiner üblichen Alltagsarbeit im Büro, besuchte ich auch am Donnerstag drei interessante Veranstaltungen. Die ersten zwei Termine fanden im Europäischen Haus im Regierungsviertel statt und wurden an die europäisches Zukunft gerichtet. Frau Kristalina Georgieva, die Vize-Präsidentin der Europäischen Kommission, zuständig für Haushalt und Personal hielt unter dem Motto „Europa in einer sich änderten Welt“ Ihre Rede, was die EU jetzt tun hat. Sie sprach über vier wichtige Pfeiler, die realisiert werden sollten: 1) Schutz der Außengrenzen der EU; 2) Harmonisierung der Dublin-Verordnung und Asylpolitik; 3) Bekämpfung des Menschenhandels und 4) Menschen in Not helfen. Frau Georgieva betonte, dass mit dieser Strategie die EU-Bürger nicht vergessen werden, wie bedeutsam die EU ist. Die zweite und nachfolgende Veranstaltung war das Mittagsgespräch mit Botschafter Andreas Peschke über das Thema „Die EU und die Staaten der Östlichen Partnerschaft – Perspektiven aus deutscher Sicht“. Die letzte Veranstaltung war über das Thema die europäische Flüchtlingskrise und die Diskussionen und Positionen in Tschechien mit dem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Herrn Christian Schmidt und den Berater des tschechischen Ministerpräsident, Herrn Rudolf Jindrák.


 

In dieser Woche hatte Frau Hornhues auch zwei Besuchergruppen von Schülern aus Bremen und Bremerhaven. Während Ihrer Gespräche gab Sie den beiden Gruppen einen tieferen Einblick in Ihr Arbeitsleben und Ihre Aufgaben, als ein Mitglied des Deutschen Bundestages. Im Anschluss diskutierte Sie dann viel mit den Schülern über verschiedenen Themen, von dem politischen System der Bundesrepublik Deutschland, bis zur Rolle der Europäischen Union.  

Sowie Frau Georgieva Ihre Rede zu Ende brachte, möchte auch ich meinen Bericht mit dem legendär formulierten Satz des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy beenden: „Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann. Fragt, was Ihr für Euer Land tun könnt.“

In diesem Sinne, bis nächste Woche!



Meine achte Woche (30. Mai – 3. Juni 2016)

Die Zeit vergeht so schnell und die Hälfte meines Praktikums liegt schon hinter mir. Aber zum Glück habe ich noch fünf schöne Wochen vor mir und viel worauf ich mich freuen kann. Meine achte Praktikumswoche im Bundestagsbüro fing im Rhythmus einer typischen Sitzungswoche an und es war wieder mit vielen anregenden Terminen und Aufgaben ausgefüllt. Während dieser Woche habe ich auch etwas Wichtiges gelernt, nämlich, wie man mit dem Druck im Büro umgehen sollte und darüber hinaus, dass die Arbeit und die Kommunikation im Team unentbehrlich sind. Ja, diese Woche war für mich nicht leicht und ohne die Hilfe meiner lieben Kolleginnen hätte ich das alles nicht geschafft. Außerdem war ich diese Woche nicht alleine in meinem Büro. Durch die nette Gesellschaft unseres Wochenpraktikanten Tim Bartling, hatte ich eine tatkräftige Unterstützung. Danke Tim, dass du mit dabei warst und mir geholfen hast!



Wie in jeder Sitzungswoche, fanden auch diese Woche viele Termine statt. Am Dienstag besuchte ich die Tagungen der Arbeitsgruppe Familie und die Arbeitnehmergruppe, am Mittwoch dann die Sitzung des Familienausschusses. Am Donnerstag gab es viele wichtige Abstimmungen im Plenum. In einer dieser Abstimmungen wurde fast einstimmig die Resolution zur Einstufung des historischen Massakers an den Armeniern als Völkermord beschlossen. Übrigens wurde das auch viel in den Medien diskutiert. Des Weiteren begleitete ich Frau Hornhues zu einem Frühstück im Rahmen des Arbeitskreises Küste der norddeutschen Bundesländer, mit dem Gast Frau Dorothee Bär MdB (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur). Dabei wurde das Thema der Ausbau der Breitbandinfrastruktur diskutiert.  Darüber hinaus fand am Donnerstag eine sehr anregende Veranstaltung im Reichstagsgebäude statt und zwar die Politische Kommunikation in digitalen Medien und wie sich gegen einen Shitstorm geschützt wird. Frau Hornhues hatte auch weitere Verabredungen und Gespräche mit zwei Besuchergruppen, woran ich teilnahm und fotografierte.

Wie in jeder Woche, hatte ich auch in dieser Woche meine zwei Deutschkurse. Dieses Mal nahmen wir den Konjunktiv II durch. Natürlich gab es viel Grammatik und Verben mit Umlaut wie wäre, hätte, würde, könnte oder dürfte. Dazu benutzte die Lehrerin ein besonderes Beispiel: „Wir würden weiße Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo warmes Wasser ist.“ Ja, das ist ein Wunsch, aber auch ein lustiger Zungenbrecher. Zum Glück weiß ich, wo warmes Wasser ist, und so kann ich in Ruhe meine Wäsche für nächste Sitzungswoche waschen. Bis nächste Woche!



Meine siebte Woche: Meine Wahlkreisreise (21.-27. Mai 2016)

Moin und Hallo aus der wunderschönen Freien Hansestadt Bremen! Auf meine siebte Praktikumswoche habe ich lange gewartet und mich auch sehr darauf gefreut. Im Rahmen meines IPS-Programms hatte ich nämlich die wunderbare Aufgabe, Frau Hornhues in ihrem Bundestagswahlkreis Bremen II – Bremerhaven zu begleiten. Es war wundervoll und ich bin sehr dankbar für diese tolle Gelegenheit. Dankeschön!



Wenn man über Bremen spricht, besann sich wohl jeder auf das bekannte Märchen über die Bremer Stadtmusikanten. Die schwachen und alten Tiere (der Esel, der Hund, die Katze und der Hahn) halfen einander, um ein neues Leben außer Reichweite den starken und bösen Herren zu beginnen. Auf ihrem Weg nach Bremen fanden die vier Tiere eine Räuberhütte. Sie stellten sich vor dem Fenster aufeinander und machten Musik, um die Räuber aus der Hütte zu verjagen. Sie waren erfolgreich und die Räuber kamen niemals wieder zurück. Nicht umsonst wurden die vier Stadtmusikanten das Bremer Stadtsymbol. Darüber hinaus stellt dieses Märchen meiner Meinung nach die Bremer Grundwerte dar: die Solidarität, die Einheit und die Freiheit.

Als ich vor zwei Jahren für ein Jahr an der Hochschule Bremen studierte, war ich davon überzeugt, dass ich hier in Bremen schon fast alles Wichtige und Schöne gesehen habe. Aber da irrte ich mich. Es gab noch so viel während meines Aufenthalts zu erleben und durch die beste Reiseführung meiner Abgeordneten und ihrem Team vor Ort zu entdecken. Na klar, Bremen ist nicht nur der Roland und die Innenstadt, sondern auch die vielen faszinierenden Stellen in Bremen-West oder -Nord und der Seestadt Bremerhaven. Diese Orte kannte ich damals nicht so gut wie jetzt. 

Meine Wahlkreisreise fing schon am Samstag an, als ich die Gelegenheit hatte an dem CDU-Landesparteitag im Swissôtel Bremen teilzunehmen. Die 229 Delegierten der Vereinigungen und Stadtbezirksverbände der CDU in Bremen und Bremerhaven kamen zusammen, um einen neuen Landesvorstand für die kommenden zwei Jahre zu wählen. Für mich war es sehr bemerkenswert und interessant zu beobachten – Wahlreden und Abstimmungen mit orangen Delegiertenausweisen. Ich wurde vielen bekannten CDU-Politikern vor Ort vorgestellt. Nach einer Weile war es natürlich schwer, sich die ganzen (für mich neuen) Gesichter zu den dementsprechenden Namen und Positionen zu merken. Aber das nun einmal so. An diesen Wahlen wurde Frau Hornhues ebenfalls mit einem sehr schönen Ergebnis als Beisitzerin in den Bremer CDU-Landesvorstand wiedergewählt. Herzlichen Glückwunsch!

Am Montag begleitete ich Frau Hornhues zu drei Flüchtlingsunterkünften: am Überseetor in Walle, am Kaffeequartier und in der Gottlieb-Daimler-Straße im Bremer Industriepark, wo sie mit den Flüchtlingen Gespräche führte. Es war mein erster Besuch in solch einer Flüchtlingsunterkunft und für mich war es sehr emotional. Natürlich hatte ich viele Gedanken über das Leben der Flüchtlinge, die Verantwortung für die Zuwanderungswelle, die ganze Flüchtlingskrise und auch unsere notwendige Hilfe und die Solidarität, die man bieten sollte. Fakt ist, dass es ohne das Riesenengagement der Mitarbeiter und der Freiwilligen in diesem Bereich viel schwieriger geworden wäre.

Am Dienstag besuchte ich das bremische Wahlkreisbüro von Frau Hornhues und ich lernte dort ihr Team kennen. Danach fuhren wir zusammen zur Bürgersprechstunde unter freiem Himmel, wo ich Fotos machte, ihr mit ihrem Infostand half und einfach die Sprechstunde beobachtete. Das Wetter war uns wohl gesonnen und viele Bürger kamen vorbei um ihrer Abgeordneten Fragen zu stellen.



Am Mittwoch bekam ich einen Einblick in die Bremische Bürgerschaft. Ich durfte an der Bremer CDU-Fraktionssitzung und später an der Plenarsitzung teilnehmen. Es wurde mir erklärt, wie die Bremische Bürgerschaft funktioniert, was die Arbeit der Abgeordneten und ihren Mitarbeitern in der CDU-Fraktion ist, oder auch was die Tagesordnungspunkte beinhalten. Die Aktuelle Stunde mit dem CDU-Thema „Baustopp für Offshore-Hafen – Fehler und Verantwortung des Bremer Senats“ war sehr sehenswert. Es gab viele Meinungsaustäusche zwischen der Opposition und dem Senat und so konnte ich die echte Parlamentsatmosphäre verfolgen. Darüber hinaus lernte ich auch an diesem Tag einige CDU-Mitglieder der Bremischen Bürgerschaft (MdBB) kennen, wie z.B. den Fraktionsvorsitzenden Thomas Röwekamp, den Fraktionssprecher Jörg Kastendiek und die Fraktionssprecherin Silvia Neumeyer. Am Nachmittag bummelte ich ein bisschen durch die Innenstadt und genoss die Zeit wie ein gewöhnlicher Tourist. Der Roland, der Marktplatz, die Böttcherstraße, das Rathaus, der St. Petri Dom, die Bürgerschaft – man kann einfach von einer Stelle die Top Bremer Sehenswürdigkeit sehen.

Donnerstag war mein Bremerhaven Tag. Am Vormittag begleitete ich Frau Hornhues zum Gespräch im Mehrgenerationenhaus Bremerhaven. Das Mehrgenerationenhaus ist ein Begegnungsort für Jung und Alt mit dem Ziel, gesellschaftliche und wirtschaftliche Kompetenzen vor Ort zu stärken. Später am Nachmittag wurde ich von ihrer netten Mittarbeiterin durch Bremerhaven geführt und ging zu zwei tollen Veranstaltungen zur offiziellen Eröffnung des „SeeStadtFests“. Der Hafen war voll mit Dampfern, Motorschiffen und Seglern. Beide Veranstaltungen fanden auf Schiffen statt, eines von ihnen war der große und wunderschöne Alexander von Humboldt II. Es war ein tolles und gelungenes Fest und schon jetzt weiß ich, dass ich unbedingt in vier Jahren zum Festival „Sail 2020“ in Bremerhaven gehen möchte.

Schließlich erzählte mir Frau Hornhues am Freitag ganz viel über ihren Wahlkreis. Sie zeigte mir schöne Orte aus ihre Wahlkreisbezirken, wie z.B. die Burg Blumenthal, der Knoops Park in Burglesum oder die Überseestadt mit dem Schiff Alexander von Humboldt I. Später erlebte ich ein einzigartiges Stück maritimer Geschichte im Vegesacker Hafen – das Schulschiff Deutschland. 

Diese Wahlkreisreise war einfach perfekt und ich kann ihnen nur empfählen: Erleben Sie auch schöne Tage in Bremen und Bremerhaven, es gibt sehr viel zu entdecken!



Meine sechste Woche (16.-20. Mai 2016)

Meine sechste Woche im Bundestagsbüro war ruhig und wegen des freien Pfingstmontags und meiner Abreise am Freitag nach Bremen, auch sehr kurz. Es war eine sitzungsfreie Woche und aus diesem Grund verbrachte ich die überwiegende Zeit im Büro. Neben der üblichen Alltagsarbeit im Büro, wovon ich hier schon früher erzählte, recherchierte ich zum Thema der Energiewende und der Nutzung von zunehmend erneuerbarem Strom in den Sektoren Wärme und Verkehr. Energiewende ist die Zukunft und ja, man muss auch so denken. Aber die Sektorkopplung war nicht das einzige Thema in dieser Woche. Am Donnerstag nahm ich an einer Diskussionsveranstaltung von McDonald's Deutschland teil. Das Thema war die Arbeitswelt der Zukunft mit dem Motto „Arbeitswelt im Wandel – Arbeitgeber im Wandel“.  Die Redner sprachen über Digitalisierung der Arbeit oder auch die Polarisierung in der Gesellschaft. Ich habe auch einen für mich ganz neuen Begriff gehört und zwar „McDeutsch“, welcher ein auf den Job ausgerichteter Sprachkurs für McDonald's-Mitarbeiter aus dem Ausland ist. 


 

Ja, und auch ich besuche einen Sprachkurs, obwohl es kein „McDeutsch“ ist. Dieses Mal haben wir Adjektivendungen und Passiv ohne Modalverben gelernt. Wie z.B. „Im Unterricht wird gelernt, gehört und verstanden.“ Die Lehrerin versuchte uns Studenten auch mit einem Gedankenspiel zu motivieren: „Ich packe meinen Koffer und lege hinein...“ Wir packten bunte Sonnenbrillen, alte Pullover, schöne Unterwäsche, eine süße Puppe oder z.B. einen modernen Computer hinein.

Ich konnte mich während der Woche auf meine kommende Wahlkreisreise nach Bremen und Bremerhaven vorbereiten. Ich habe schon in Bremen ein Jahr ein Erasmus+ Austauschprogramm an der Hochschule Bremen absolviert und währen dieser Zeit lernte ich, ja na klar, ganz viel über Bremen kennen. Die nächste Woche wird einfach total super! Ich hoffe, dass ich alles Wichtige in meinen Koffer gepackt und nichts in Berlin vergessen habe. Also bis nächste Woche!

 

Meine fünfte Woche (9.-13. Mai 2016)

Meine fünfte Praktikumswoche in Berlin war ausgefüllt mit vielen interessanten und anregenden Terminen und Veranstaltungen. Zuerst nahm ich an einem Parlamentarischen Abend teil. Das Thema war die Perspektiven für junge Menschen mit Fluchthintergrund, die berufliche Bildung junger Menschen und ihre gesellschaftliche Inklusion. Am Mittwoch besuchte ich ein sehr inspirierendes Morgenbriefing in Hotel Adlon. Dort gab es eine Debatte um die Zukunft der Arbeit in Zeiten einer zunehmenden Digitalisierung, wo die Redner 6 Szenarien von möglichen Trends und Entwicklungen der Digitalisierung der Arbeit und Beschäftigung in Deutschland bis 2030 skizzierten. Am Donnerstag kam die Frage, der Folgen des britischen EU-Referendums und ob Europa ohne Vereinigtes Königreich Erfolg haben kann. Dann fand die letzte Veranstaltung dieser Woche im Reichstagsgebäude statt. Es widmete sich dem Thema der Flüchtlingshilfe in Krisengebieten und effektiver Einsatz gegen Fluchtursachen. Die Begrüßung und Einführung wurde von Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, gegeben.




Während der Woche hatte ich auch die wunderbare Gelegenheit, Prof. Karl-Heinz Hornhues kennenzulernen. Herr Hornhues hat mir viele Dinge über seine politischen Erlebnisse erzählt, da er selbst über 30 Jahre im Deutschen Bundestag als Abgeordneter tätig war. Wir sprachen über viele interessante Themen. Von der Europäischen Einheit, über die Deutsch-Tschechischen Beziehungen und mein Praktikum, bis zu seinen Afrika Reisen und Erfahrungen, die er dort gesammelt hat. Leider verging die Zeit wieder viel zu schnell und das Gespräch war vorbei, noch bevor ich alle spannenden Geschichten hören konnte. Hoffentlich gibt es noch einmal eine Möglichkeit ihn zu treffen! Nebenbei, im Deutschkurs habe ich viel Neues über Berlin und Relativpronomen gelernt: Der See, dessen Wasser sauber ist, heißt Wannsee. Den Wannsee kenne ich leider noch nicht, aber übernächste Woche werde ich meine Wahlkreisreise nach Bremen und Bremerhaven antreten. Ich freue mich darauf! Bis nächste Woche! Ahoj!



Meine vierte Woche (2.-6. Mai 2016)

Meine vierte Woche im Bundestagsbüro war sehr angenehm und produktiv, obwohl es kürzer als normalerweise war. Diese Woche gab es eine sitzungsfreie Woche oder wie man das auch nennen kann, Wahlkreiswoche. Es fanden keine Plenarsitzungen statt und ich war mit der üblichen Alltagsbüroarbeit beschäftigt. Ich studierte Pressespiegel und machte die Administrative: holte die Post ab, sortierte die Briefe, lief kreuz und quer durch den Bundestag, beantwortete Anrufe und Emails, recherchierte und druckte viele Materialen aus. Außerdem bekam ich die Aufgabe, das Reichstagsgebäude und die anliegenden Gebäude im Regierungsviertel zu fotografieren. Das Wetter war einfach toll. Blauer Himmel und fast keine Wolken, Sonne und später am Abend ein wunderschöner Sonnenuntergang. Das war eine tolle Aufgabe, eine Mischung von Entspannung und Arbeit. Das machte mir viel Spaß.


 

In der Woche hatte ich auch meinen Deutschsprachkurs, wo wir den deutschen Satzbau mit vielen schönen Beispielen durchnahmen. Eines davon ist: „Ich schenke dem Berliner einen Berliner.“ Obwohl man weiß, dass hier in Berlin ein Berliner als „Pfannkuchen“ bezeichnet wird. Solche Satzarten sind für uns Ausländer immer lustig. Ein kleiner Fehler und der Satz ergibt keinen Sinn mehr. Und der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten John F. Kennedy meinte natürlich nicht, dass er ein Pfannkuchen ist, als er „Ich bin ein Berliner“ sagte.

Dank dem Feiertag kam ich schon am Donnerstag in meiner Heimat (Prag) an und genoss dort ein verlängertes Wochenende bei sonnigem Wetter. Christi Himmelfahrt ist kein offizieller Feiertag in Tschechien. Deswegen habe ich vergessen, dass an diesem Tag frei ist. Aber was ich zum Glück nicht vergessen habe, war der Muttertag. Den feierten Mama und ich mit gutem Essen und viel Spaß. Ich freue mich schon auf nächste Woche, wenn ich viele Veranstaltungen besuchen werde. Bis dann! Ahoj!



Meine dritte Woche (25.-29. April 2016)

Meine dritte Praktikumswoche war eine klassische Sitzungswoche mit vielen verschiedenen Terminen. Einer dieser Termine fand im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) statt. Bundesminister Alexander Dobrindt übergab die Förderbescheide für Ausbauprojekte für schnelles Internet den jeweiligen Kommunen und Landkreisen, unter ihnen war auch der Wahlkreis von Frau Hornhues – Bremen und Bremerhaven. Eine weitere Veranstaltung an der ich teilnahm, war ein Gespräch mit den Vertretern des Familienbunds der Katholiken (FDK). Es ging über familienpolitische Ideen und z.B. die Frage rund um die Qualität in der Kindertagesbetreuung. Später begleitete ich auch Frau Hornhues zu einem Informationsgespräch mit dem Technischen Hilfswerk (THW)-Landesverband Bremen und Niedersachsen. Das Thema war die Unterstützung in der Flüchtlingshilfe und auch die Fragen rund um die Ausstattung und Personalsituation. Außerdem gab es im Rahmen der Plenarsitzung namentliche Abstimmungen zu dem Tagesordnungspunkt (TOP) 30. Das war sehr interessant für mich dies im Parlamentsfernsehen zu verfolgen. Bei der Abstimmung ging es um das Verbot von Fracking in Deutschland. 



In dieser Woche startete ich auch mit meinen zwei Deutschkursen durch. Und was habe ich gelernt? Zum Beispiel in der Umgangssprache den Satz „Ich stehe auf Berlin“ zu sagen.

Die Lehrerin hat sich vorgestellt und betonte „Ich bin ein großer Fan von Pünktlichkeit.“ Das fand ich ein bisschen witzig, weil Pünktlichkeit in Deutschland doch selbstverständlich ist, oder? Um uns zu motivieren, versuchte sie auch uns zu überzeugen, dass Grammatik kreativ sein kann. Und ja, deutsche Grammatik ist echt kreativ. Trennbare und untrennbare Verben mit Präfix und Verben mit Präposition, das macht echt viel „Spaß“. Besonders die Satzbauten, die man manchmal zusammensetzt, wie ein Puzzle. Ich denke bereits über die Grammatik für die nächste Woche nach. Unterm Strich hat mir diese Woche viel gebracht. Ich stehe auf Berlin. Ich stehe auf den Deutschen Bundestag.  


Meine zweite Woche (18.-22. April 2016)

Meine zweite Praktikumswoche war ganz anders, als die letzte. In dieser Woche fanden keine Plenarsitzungen statt. Frau Hornhues hat Ihre Zeit in Ihrem Wahlkreis Bremen und Bremerhaven verbracht und ich war mit dem Team hier in Berlin. Das brachte neue spannende Herausforderungen in meinen Alltag. Man würde vielleicht sagen, dass Büroarbeit immer die gleiche Routine ist, und deshalb eintönig und langweilig erscheint. Aber Büroarbeit kann eigentlich Spaß machen und auch ein kleines Abenteuer sein. Jeder Mitarbeiter spielt eine wichtige Rolle im Büro. Diese Woche erhielt ich noch mehr Eindrücke über die Alltagsarbeit – und zwar hauptsächlich die Arbeit mit der Post. Die Post abzuholen und danach zu bearbeiten – öffnen, stempeln mit Empfangsdatum, sortieren und in Fächer einzuordnen. Es war keine schwere Aufgabe, sondern verantwortungsvolle und ich fühlte mich endlich wie ein „wichtiges“ Element des Teams.



Außerdem besuchte ich während der Woche auch mit den anderen tschechischen IPSlern die Tschechische Botschaft, wo wir eine Verabredung mit dem Botschafter, Herrn Podivínský, hatten. Wir haben viel über die Geschichte der Botschaft und auch über das IPS-Programm geredet. Am nächsten Tag sind wir mit den polnischen IPSlern durch den Komplex des Bundestagsgebäudes geführt worden und endlich habe ich den CDU/CSU Sitzungssaal gesehen. 

Ein weiteres Highlight dieser Woche war es, dass ich auch eine tolle Gelegenheit hatte, Maybrit Illners Talkshow im ZDF-Hauptstadtstudio zu besuchen. Es war einfach großartig! Aber zuerst musste ich alle meine Sachen zusammen mit dem Handy (!) an der Garderobe ablegen, dann konnte ich einen Welcome Drink mit anderen Besuchern genießen und schließlich die erste Livesendung in meinem Leben erleben. Die Diskussion über das Thema „Angst vor der Parallelgesellschaft - kann Deutschland Integration?“ war sehr interessant und ich saß direkt in der ersten Reihe. Natürlich gab es zu wenig Zeit um alle Fragen, die man hatte, zu beantworten, aber trotzdem war es eine sehr angeregte Diskussionsrunde und viele Fragen sind in meinem Kopf haften geblieben. Dieser Woche war einfach super! Nebenbei es passierte mir noch ein Missgeschick. Ich habe meinen Hausausweis vergessen! Es war keine Katastrophe, trotzdem kann ich euch nur raten, vergesst niemals euren Hausausweis, dass führt nur zu Unannehmlichkeiten. Bis nächste Woche!

 

Meine erste Woche (11.-15. April 2016)

Am 11. April um 9 Uhr fing ich mein Praktikum im Büro von Bettina Hornhues an. Da die erste Woche bereits eine Sitzungswoche war, gab es sehr viele neue Ereignisse und Eindrücke. Zum Beginn der Woche habe ich meinen eigenen Arbeitsplatz bekommen. Ich erhielt alle wichtigen Informationen über die Tätigkeiten im Büro und im Bundestag. Ich wurde mit der Presse vertraut gemacht und dass ich jeden Morgen den Pressespiegel studieren soll. Später am Tag habe ich eine Demonstration von versammelten Beschäftigten aus der Stahlindustrie vor dem Kanzleramt beobachtet und ein paar Fotos gemacht. Auch viele Stahlarbeiter aus Bremen waren da. Die Fotos haben wir direkt für einen Artikel für die Homepage von Frau Hornhues benutzt.

Am nächsten Tag habe ich Frau Hornhues zur Sitzung der Arbeitsgruppe für Familie, Senioren, Frauen und Jugend begleitet. Dort habe ich zum erste Mal etwas über das Prostituiertenschutzgesetz gehört. Das war meine erste Sitzung im Bundestag. Dann später durfte ich noch zu der Sitzung der Arbeitnehmergruppe mit. In jeder Sitzungswoche am Dienstag findet die Fraktionssitzung statt. Dort hatte ich die unerwartete Möglichkeit, die Bundeskanzlerin Merkel zu sehen und die Verteidigungsministerin von der Leyen zu treffen.


Am Mittwoch war meine erste Sitzung des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Insgesamt dauerte der Ausschuss nur einige Minuten, was für mich sehr interessant war. Man musste gut aufpassen, weil die Abstimmungen sehr schnell waren. Später habe ich das Gespräch mit dem Deutschen Bundeswehrverband (DBwV) in der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschlands (CDA) besucht. Es ging dort um die Rolle und Zukunft der Bundeswehr. Am Donnerstag gab es eine Aktuelle Stunde im Bundestag. Der Bundestag tagt im Reichstagsgebäude, aber der Bundestag selbst erstreckt sich auf mehrere Gebäude. Früher dachte ich, dass der Bundestag nur in dem Reichstaggebäude ist. Das war neu für mich. Diese Aktuelle Stunde habe ich von der Besuchertribüne aus beobachtet. Danach bin ich zum Gespräch mit der Arbeitsgruppe Frauenrechte des Forums Menschenrechte gegangen. Während der Sitzung hörte man auf einmal ein lautes Geräusch durch die Lautsprecher. Das war kein Feueralarm, sondern ein Signal für die Abgeordneten zur namentlichen Abstimmung. Später am Abend gab es an der Humboldt Universität die IPS-Auftaktveranstaltung mit vielen Vorstellungen von uns IPSlern. Es war ein schöner Abend zusammen mit den Stipendiaten und Abgeordneten.

Im Rahmen meines Praktikums werde ich später im Mai auch den Wahlkreis von Frau Hornhues, Bremen und Bremerhaven, besuchen. Ich hoffe, dass ich durch die Zeit hier im Büro lernen werde, wie der öffentliche Dienst in Deutschland funktioniert und es mir einen guten Start für mein berufliches Leben ermöglicht.


Vorwort... Oder wie alles begann...


Fast jeder ist während seines Lebens ein Idealist und hat ganz viele Wünsche, die man erreichen möchte und auch ich habe viele Träume. So zum Beispiel die Lebensqualität in Europa zu verbessern. Ich bin in Deutschland geboren, in Prag aufgewachsen. In den letzten Jahren habe ich in Deutschland studiert und in Schweden leben viele meiner Verwandten. Darüber hinaus habe ich in Brüssel ein Praktikum absolviert. Schlicht und einfach, ich bin Europäer und ich liebe es zu reisen. Ich hatte das Glück, Menschen aus verschieden Teilen der Welt kennengelernt zu haben. Dies hat meinen Geist sehr geöffnet und dank der Vielfalt und der Interkulturellen Dimension, bin ich über mich selbst hinausgewachsen. Deswegen möchte ich mit verschiedenen Leuten im öffentlichen Dienst arbeiten – wahrscheinlich und hoffentlich hier in Deutschland.

Letztes Jahr habe ich im Internet gelesen, dass man ein Praktikum bei einem Abgeordneten des Deutschen Bundestages in Berlin absolvieren kann und dazu auch ein Stipendium bekommt. Es dauerte nicht lange und ich war fest entschlossen, es zu versuchen. Im Juli habe ich mich mit allen wichtigen Dokumenten über die Deutsche Botschaft in Prag angemeldet. Dann im September habe ich die tolle Nachricht bekommen, dass ich für ein Vorstellungsgespräch vor der Auswahlkommission des Bundestages ausgewählt worden bin und dass diese im Dezember stattfinden werden. Ich muss wohl nicht erzählen, die Freude und gleichzeitig die wachsende Angst waren groß. Mein Wissen über das politische System der Bundesrepublik Deutschland war gut, aber die Furcht vor den ungenügenden Sprachkenntnissen war riesig. Ich hatte mich ganz gut in der Zwischenzeit auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet. Die Bundestags-Homepage war mein Wikipedia und die wichtigste Informationsquelle. 

Dann im Dezember fand das Vorstellungsgespräch in der Deutschen Botschaft in Prag statt. Natürlich war ich nervös. Die Fragen waren nicht so schwer, z.B. wie heißen die Fraktionen im Deutschen Bundestag in dieser Legislatur? Wie entsteht der Bundeshaushalt? Aber ehrlich gesagt, habe ich nach diesem Gespräch nicht geglaubt, dass ich das Stipendium bekommen werde. Zum Glück habe ich mich geirrt. Nach vier Tagen habe ich die Zusage erhalten. Mein neues Leben im Regierungsviertel sollte bald beginnen.

Jetzt während meines Praktikums denke ich manchmal darüber nach, wie unglaublich schön es ist, dass ich eine Zusage erhalten habe. Es ist eine Ehre für mich hier in Berlin ein kleiner Bestandteil des politischen Geschehens zu sein.

Am 1. März fing das IPS-Programm an. Zwischen den vielen Einführungsveranstaltungen von der Humboldt Universität und dem Deutschen Bundestag hatte ich auch die Möglichkeit, die immer gut gelaunte Abgeordnete und ihre netten Mitarbeiter kennenzulernen. In den kommenden Wochen werde ich hier darüber schreiben, was ich während meines Praktikums erlebt habe.